Bsuffna Hamantaschen

Purim, das Losfest, oft auch als der “jüdische Fasching” bezeichnet… in zwei Wochen, am Abend des 25. Februar geht es dieses Jahr los. Traditionell gibt’s zu Purim Hamantaschen. Auf Hebräisch: Ozne’i Haman. Was soviel wie “Hamans Ohren” bedeutet…

Der Hintergrund: Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs Achaschwerosch (besser bekannt als Xerxes I.) plante im 4. Jhd. v.u.Z., die Juden in der babylonischen Diaspora zu ermorden. Um den genauen Zeitpunkt der Ausrottung zu bestimmen, zog Haman das Los (hebräisch Purim). Dank einer List der jüdischen Nebenfrau des Königs, Esther, scheiterte er – und liess am Ende selbst sein Leben und seine Ohren.

Um den Erfolg des jüdischen Überlebens angesichts von Antisemitismus und Vernichtungsdrohung geht es an Purim – es ist ein fröhliches Fest. Und weltweit verspeisen Juden zu diesem Feiertag die Ozne’i Haman. Es gibt viele verschiedene Rezepte für die Füllung: Eierlikör, Mohn, Dattelcreme, Schokolade, auch pikant… der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Hier unser Hausrezept, das der uns Franken nachgesagten Neigung zum Alkoholkonsum nachkommt – nein, nicht mit Bier gefüllt, sondern mit Mohn und Rumrosinen 😀 Und es ist religiöse Pflicht, an Purim zu saufen bis man zwischen “Gesegnet sei Mordechai” und “Verflucht sei Haman” nicht mehr unterscheiden kann!

Zur Erheiterung vorher noch A Very Drunk History of Purim (engl.):

Wer es lieber seriöser und auf Deutsch hat – hier komplette Hintergrund zum Fest.


Bsuffna Hamantaschen

Hamantaschen mit einer Füllung aus Mohn und Rum-Rosinen
Gericht Gebäck
Portionen 40 Stück

Zutaten
  

  • 1 kg Weizenmehl
  • 200 ml Milch
  • 400 g Butter (zimmerwarm)
  • 5 Eier
  • 50 g Griess
  • 400 g Brauner Roh-Rohrzucker
  • 100 ml Orangensaft (Direktpressung 100% oder frisch gepresst)
  • 1 Zitrone (Bio oder unbehandelt)
  • 100 g Rosinen
  • 200 g Gemahlener Mohn
  • 250 ml Rum (echten – kein "Strohrum")
  • 2 Pck. Backpulver
  • 1 Bourbon-Vanilleschote (ersatzweise 2 Pck. Vanillezucker)
  • Puderzucker optional

Anleitungen
 

Am Vortag

  • Rosinen mit Rum übergiessen und über Nacht ziehen lassen

Teig

  • 300g der Butter, 300g Zucker, die ausgekratzte Vanilleschote bzw. den Vanillezucker – siehe unter Notizen), 2 Eier, das Mehl, 2 Packungen Backpulver, 0,1l Milch und den Orangensaft in eine Schüssel geben
  • Zutaten gut vermengen, bis ein glatter Teig entsteht (wenn's zu trocken ist, mehr Milch dazu…)
  • Den Teig in Küchenfolie eingewickelt 1-2 Std. in den Kühlschrank stellen

Füllung

  • 0,1l Milch und 100g Butter langsam erhitzen
  • Den Mohn, 100g Zucker, die Zitrone (Saft und geriebene Schale) und den Griess dazu und 3 min köcheln lassen
  • Rum-Rosinen-Mischung dazu geben und umrühren
  • Abkühlen lassen

Die Taschen…

  • Teig ausrollen und mit einer Tasse Kreise von ca 8 cm Durchmesser ausstechen
  • In jeden Kreis ein Teelöffel Füllung geben
  • An 3 Stellen den Teig zusammendrücken, sodass ein Dreieck entsteht
  • Mit Eigelb von drei Eiern bestreichen
  • Bei 175 Grad 15-20 Min. auf Backpapier backen
  • Mit Puderzucker bestreuen (optional – ich mag das nicht so, ist ja schon süss!)
  • 1 Tag kühl und abgedeckt lagern
  • Mindestens 50% selbst vertilgen. Den Rest vor Kehilla, Nachbarschaft, Verwandten u.a. sichern – wirklich nur denen geben, die man beschenken wollte 🙂

Notizen

“Vanillezucker” hat eigentlich wenig mit Vanille zu tun – eher mit Chemie. Deshalb ist echte Bourbon-Vanille dem immer vorzuziehen. Nicht ganz billig… aber hier eine Methode, wie man “das Maximale rausholen kann…
Keyword Jüdische Küche, Vegetarisch

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